Politischer Spielraum

Tue Gutes. Werde Hedgefonds-Manager.

Sie werden Hedgefonds-Manager, um einen Großteil ihres Einkommens zu spenden und tauschen sich darüber aus, welche Spendenorganisationen das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis haben. Effektive Altruisten sind im eigentlichen Sinne Weltverbesserer, aber lassen sich dabei von wissenschaftlichen Erkenntnissen anstatt Emotionen leiten. Das provoziert, aber inspiriert auch.

Wer die Welt verbessern möchte, geht in eine Partei; oder zu einer Demo; oder wird Vegetarier. Aber ist das wirklich der beste Weg? (Über die Effektivität einer vegetarischen Lebensweise habe ich hier schon mal geschrieben). Eine Bewegung aus den USA und Großbritannien glaubt, dass dem (häufig) nicht so ist. Menschen, die sich mit der Idee des „Effektiven Altruismus“ identifizieren, wollen Gutes tun, aber basierend auf Kalkül und wissenschaftlichen Erkenntnissen, und nicht geleitet von Emotionen. Diese Idee ist natürlich nicht neu. Ihre intellektuellen Wurzeln liegen im britischen Utilitarismus des 18. und 19. Jahrhundert, einer ethischen Theorie laut derer die Maximierung des Glücks aller die oberste moralisch Maxime ist. Seit Ende der 2000er Jahre haben sich nun mehrere Organisationen entwickelt, die dieser Idee verpflichtet sind und sie zu einer sozialen Bewegung haben wachsen lassen, die laut Peter Thiel, Mitbegründer von PayPal, erst am Anfang von etwas „außergewöhnlich Großem“ steht.

Nicht alle Spendenzwecke sind gleich viel wert

Ziel des Effektiven Altruismus ist es, so viel Gutes wie möglich zu bewirken. Ein zentraler Ansatzpunkt sind hier Spenden. Die meisten verstehen Spenden als eine wohltätige Gabe: moralisch lobenswert, aber nicht verpflichtend. Und da Spenden eine gute Tat ist, finden wir in der Regel auch, dass der jeweilige Spendenzweck nicht zu kritisieren ist. Wenn ich einem Freund, der 100 € an einen lokalen Kindergarten spendet, vorwerfe, dass er das Geld besser an Menschen in größerer Not gegeben hätte, würde er vermutlich ziemlich verärgert reagieren: Er tut etwas Gutes, und jetzt wird er auch noch dafür angegangen?

Effektive Altruisten sind der Meinung, dass nicht jeder Spendenzweck gleich gut ist. Sogenannte „metacharities“ bewerten auf Basis von Studien andere wohltätige Vereine darin, wie effektiv sie Gutes tun. Im Jahr 2007 arbeiteten Holden Karnoffsky und Elie Hassenfeld in der Hedgfonds-Industrie und fragten sich, wie sie ihr beträchtliches Einkommen sinnvoll verwenden könnten. Unzufrieden mit den Informationen, die Spendenorganisationen über ihre Arbeit bereitstellen, gründeten sie GiveWell. Unter dem Slogan „Real Change for Your Dollar“ empfehlen sie vier Organisationen, die laut ihren Untersuchungen den größten positiven Impact je gespendetem Dollar generieren. Die Against Malaria Foundation, beispielsweise, sammelt Geld um Insektennetze zu verteilen, die Menschen vor Malaria schützen. Weltweit sterben jedes Jahr rund 450.000 Menschen an Malaria. Herstellung und Verteilung eines Insektennetzes kostet zwischen 5 und 8 US-Dollar. Natürlich wäre nicht jeder Empfänger eines dieser Netz andernfalls an Malaria gestorben, aber GiveWell schätzt, dass im Schnitt Ausgaben von 3340 US-Dollar ein Menschenleben retten.

In seinem kürzlich erschienen Buch „The Most Good You Can Do“ stellt der Princeton-Philosoph Peter Singer, einer der geistigen Paten des Effektiven Altruismus, dieses Kosten-Nutzen-Verhältnis einer Aktion der Make-A-Wish-Stiftung gegenüber. Im Dezember 2013 verwandelte die Stiftung San Francisco in „Gotham City“, um dem an Krebs erkrankten fünfjährigen Miles den Wunsch zu erfüllen, einmal „Batkid“ zu spielen. Wer sich das Video anschaut und davon nicht berührt ist, muss aus Stein gemeißelt sein. Aber sind Emotionen hier die beste Richtschnur? Die Stiftung gibt im Schnitt 7500 US-Dollar pro Aktion aus; dafür hätte die Against Malaria Foundation mindestens zwei Menschenleben retten können.

San Francisco wird für den fünfjährigen Miles zu „Gotham City“. Das ist rührend – aber sind Emotionen der beste Ratgeber wenn’s um’s Spenden geht?

Augen auf bei der Berufswahl

Welchen Beruf wir wählen hat eine der größten Auswirkungen darauf, wieviel Gutes wir bewirken können. Viele von uns ergreifen Berufe geleitet von der Idee, etwas beitragen oder verändern zu wollen, und werden Ärzte, Lehrer, oder arbeiten für soziale oder politische Organisationen. In den Augen von William MacAskill, Philosoph in Oxford, ist dies häufig nicht die beste Entscheidung. Noch als Student gründete er 2011 den Verein 80000 Hours, der junge Uniabsolventen berät, die am Anfang ihrer Karriere stehen und in den 80.000 Arbeitsstunden, die ein reguläres Arbeitsleben hat, so viel Gutes wie möglich tun wollen. Basierend auf der Analyse von wissenschaftlichen Arbeiten und Gesprächen mit Experten in den jeweiligen Feldern machen MacAskill und sein Team überraschende, ja provokante Empfehlungen.

In vielen Fällen, so argumentieren sie, ist es utilitaristisch gewinnbringender für einen Hedgefonds zu schuften und einen Anteil des mehr als überdurchschnittlichen Einkommens zu spenden anstatt z.B. für einen wohltätigen Verein zu arbeiten. Ein extremes Beispiel für dieses Ideal des „earning to give“ ist Ian Ross, der unter anderem für McKinsey und Disney gearbeitet hat. 2014 verdiente er 400.000 US-Dollar brutto; er spendete 95% seines Nettoeinkommens und lebt von 9000 US-Dollar im Jahr. Von dieser Spendensumme könnte ein wohltätiger Verein mehrere Mitarbeiter einstellen. Man muss allerdings kein Topverdiener sein und den Großteil des eigenen Einkommens weggeben, um effektiv zu spenden. Das mittlere Nettoeinkommen eines Singles in Deutschland liegt bei 1640 €. Wenn man davon nur 10% jedes Jahr an die Against Malaria Foundation spendet, rettet man pro Jahr im Schnitt ein Menschenleben. Wer nachrechnen will, wieviel mit 10% seines oder ihres Jahreseinkommens erreichbar ist, kann das auf der Seite von „Giving What We Can“ tun.

Wichtiger noch ist die Frage, ob ich denn wirklich einen Unterschied mache, indem ich einen der klassischen „Weltverbesserer“-Jobs ergreife. Die Nachfrage nach solchen Jobs ist deutlich höher als das Angebot. Falls ich so einen Job nicht annehme, wird folglich ein ähnlich kompetenter Kandidat ihn bekommen. Ich wäre vermutlich ein bisschen besser gewesen, aber das macht eben auch nur einen kleinen Unterschied. Schlage ich hingegen das Angebot eines Finanz- oder Softwareunternehmens aus, so wird der oder die nächste Bewerber(in) ziemlich sicher nicht einen substantiellen Anteil seines oder ihres Einkommens spenden. Der Extranutzen davon, zu verdienen um zu spenden, ist folglich deutlich höher als der davon, z.B. für eine NGO zu arbeiten.

Dieses Kalkül des „Was wäre wenn?“ kommt zu verblüffenden Ergebnissen. Der Arzt Gregory Lewis, der in seiner Studienzeit in Cambridge ehrenamtlich für 80000 Hours aktiv war, hat errechnet, dass durch seine Entscheidung Arzt zu werden, über den Lauf seiner Karriere im Schnitt 20-30 Menschenleben mehr gerettet werden. Wie Lewis selbst herausstreicht, kann man ein Vielfaches dieses Nutzenextras durch effektives Spenden erreichen. Natürlich kann man auch Arzt werden und spenden, aber dann besteht die Frage, ob man mit den Fähigkeiten, die man als Medizinstudent mitbringen muss, nicht auch einen besserbezahlten Job bekommen könnte.

Da kann doch was nicht stimmen…

Die Ideen der Effektiven Altruisten werfen einige Vorstellungen davon, was es heißt, Gutes zu tun, über den Haufen. Wie zu erwarten beliebt dies nicht ohne Kritik. In einem Artikel für die New York Times gibt David Brooks zu bedenken, dass Leute, die Berater oder Hedgefonds-Manager werden um zu spenden, sich am Ende den Normen des neuen Arbeitsfeldes anpassen und ihre Ideale aufgeben werden. Will MacAskill antwortet hierauf in seinem neuen Buch „Doing Good Better“, dass man dieses Risiko verringern kann, indem man sich in den sozialen Netzwerken der Effektiven Altruisten bewegt und sich öffentlich dazu verpflichtet, einen gewissen Teil seines Einkommens zu spenden. Matt Wage, der einen Philosophie-Master in Oxford ausschlug, um als Trader an der Wall Street zu arbeiten, bat seine Freunde, sich über ihn lustig zu machen, sollte er nicht mehr wie bisher 50% seines sechsstelligen Einkommens spenden.

Was ist mit den Schäden, die man beispielweise dadurch anrichtet, in der Finanzbranche zu arbeiten? Um ein krasses Beispiel zu wählen: wenn man auch nur ein kleinbisschen Schuld an einer nächsten Finanzkrise mittrüge, mit all ihren realwirtschaftlichen Folgen, würde das nicht all das Spenden wieder negativ aufwiegen? MacAskill stimmt zu und argumentiert, dass man von einigen Bereichen, wie dem Subprime-Markt, die Finger lassen sollte. Andere Bereiche, wie Arbitragegeschäfte, hält er aber für ethisch unbedenklich. Eine noch direktere Antwort kommt von Singer: Wenn ich diesen Beruf nicht ausübe, dann macht es ohnehin jemand anderes. Das ist utilitaristisch kaltschnäuzig und wird die meisten nicht überzeugen. Man sollte aber nicht glauben, dass dies nur als lahme Ausrede für skrupellose Bankiers herhalten könne. Friedrich Engels rechtfertigte seine Anstellung im Textilunternehmen seines Vaters – Symbol des ausbeuterischen Kapitalismus der industriellen Revolution – genau auf diese Weise: er nutzte sein Gehalt, um Marx finanziell beim Verfassen des „Kapitals“ zu unterstützen.

Effektiver Altruismus in Deutschland

Der Effektive Altruismus liegt in dem ein oder anderen Punkt mit unseren moralischen Intuitionen überquer. Aber die Idee hat eine starke Anziehungskraft, da sie eine rationale und unsentimentale Antwort darauf gibt, wie man als Einzelner etwas verbessern kann. In Großbritannien und den USA hat die Bewegung schon enorme Aufmerksamkeit bekommen – Google etwa richtete im Sommer eine Konferenz zum Thema in seinem Hauptquartier nahe San Francisco aus – und hat durch die oben genannten Organisationen institutionelle Formen angenommen. In Deutschland ist der Effektive Altruismus erst langsam im Kommen. An der HU Berlin wird dieses Semester ein studentisches Seminar zum Thema angeboten und in einigen Unistädten wie Frankfurt, Bayreuth, Tübingen oder Stuttgart haben sich in den letzten 12 Monaten Lokalgruppen gegründet. Die Schweizer Giordano-Bruno-Stiftung wird bis Ende des Jahres in die „Stiftung für Effektiven Altruismus“ übergehen, deren Ziel es u.a. sein wird, den Effektiven Altruismus in Deutschland zu verbreiten. Und auch die deutschen Medien entdecken das Thema zaghaft (z.B. der Spiegel und die Huffington Post). Vielleicht trifft die Einschätzung von Peter Thiel also auch für Deutschland zu: wir sind erst am Anfang von etwas „außergewöhnlich Großem“.

7 Gedanken zu “Tue Gutes. Werde Hedgefonds-Manager.

  1. thomas

    Was unsere Welt braucht, ist doch eine sinnvollere Verteilung von Macht. Aber mit der Einstellung des effektiven Altruismus wird sich nie irgendjemand freiwillig dazu entschließen, Macht abzugeben. Denn jeder ist ja davon überzeugt, seine Macht „richtig“ einzusetzen.

    Im Gegenteil: Jeder effektive Altruist, der eine mächtige Position erreicht, wird versuchen, die mit dieser Position verbundene Macht noch zu vergrößern, damit er „noch effektiver“ Altruist sein kann. Aber je mächtiger er wird, desto mächtiger wird diese Position, in der er sich befindet. Man muss aber damit rechnen, dass es einen Nachfolger in dieser Position geben wird. Und der ist vielleicht nicht so altruistisch.

    Der effektive Altruist müsste also in seiner Machtposition Vorsorge dafür tragen, dass seine Position nach seinem Rücktritt/Ausscheiden entweder für alle Zeiten mit Altruisten besetzt ist (unmöglich) oder, dass es diese Position danach nicht mehr gibt. Letzteres ist aber schwierig, weil so ein Machtvakuum nicht einfach verschwindet oder einfach ersetzt werden könnte.

    Naja und dann noch Folgendes: 50% der Deutschen verdienen weniger als 22500 Euro pro Jahr. Und ich behaupte mal, dass die nicht so wenig verdienen, weil sie sich gegen einen Job mit Karriereaussichten entschieden haben. Effektiver Altruismus ist also ein Hohn für solche Menschen und bleibt eine menschenverachtende Rechtfertigung dafür, warum einzelne Menschen im aktuellen System so unverhältnismäßig viel Geld und Macht haben können.

    Warum brauchen wir eine bessere Machtverteilung? Machtverteilung ist reziprok zur Leidensverteilung im Krisenfall: Wenn durch irgendwelche Krisen oder Katastrophen der Gesamtwohlstand einer Nation sinkt (beispielsweise sinken sämtliche Einkommen um 10%), dann wird der reiche effektive Altruist diesen Verlust doch mit seiner Spendenleistung verbuchen und nicht mit dem, was für ihn selbst übrig bleiben soll. Also erhalten alle reichen effektiven Altruisten ihren Wohlstand, während alle anderen mehr unter der Krise leiden müssen, als sie gemusst hätten, wenn die Macht vorher „gleicher“ verteilt gewesen wäre.

    1. Sebastian Becker Autor

      Hi Thomas, danke für dein Kommentar! Ich werde Anfang Januar einen Folgepost schreiben, indem ich mich mehr mit Kritik am EA auseinandersetzen werde, da sind deine Punkte schon mal sehr hilfreich. Für’s erste würde ich auf deinen ersten Punkt antworten, dass ich mir nicht sicher bin, dass ein EAst umbedingt die Macht seiner/ihrer beruflichen Position ausdehnen wird. Vermutlich wird er/sie versuchen, die Karriereleiter aufzusteigen, um mehr Geld zu verdienen, aber dies geschieht ja in fast allen Fällen innerhalb einer bestimmten beruflichen Struktur, d.h. die Positionen mit ihrem jeweiligen Einflussmöglichkeiten bestehen bereits und es ist nicht der Fall, dass durch den Karriereaufstieg mehr Positionen mit Macht erschaffen werden.

      Zweitens empfehlen EAsten auch nicht in allen Fällen den Weg des „earning to give“. MacAskill nennt bspw. eine Studentin aus Oxford, die in die Politik gehen wollte, und der 80000 Hours empfahl, dies auch zu tun, da sie aufgrund ihrer Ausblidung gute Chancen hätte, Abgeordnete zu werden, und in dieser Position viel Gutes bewirken könnte. EAsten stehen also weiträumigen gesellschaftlichen Veränderung, wie denen von Machtstrukturen, nicht prinzipiell negativ gegenüber. Sie geben aber eben zu bedenken, dass man die großen Veränderungen, die man dadurch erreichen kann, gegen die vielleicht geringe Wahrscheinlichkeit, dass man wirklich in die Lage kommt, solche globalen Veränderung zu erwirken, abwägen muss.

      Drittens hast Du recht, dass „earning to give“ sich insbesondere an die wendet, die Chancen auf Karrieren mit hoher Vergütung haben. Daraus folgt aber nicht, dass die Position „ein Hohn“ für Menschen ist, die diese Möglichkeiten nicht haben – EAsten argumentieren ja nicht, dass jemand, der aus finanziellen Gründen nicht spenden kann, daher in irgendeiner Weise moralisch minderwertig ist. Darüberhinaus kann man selbst mit kleinen Einkommen (für westliche Verhältnisse) einiges Gutes erreichen. Wie wird auf diesem Blog beschrieben: http://www.givinggladly.com/.
      Aber danke für den Denkanstoß! Ich werde versuchen, in meinem kommenden Post noch andere Ratschläge zu nennen, die EAsten für Leute mit niedrigen Einkommen haben.

    2. Linux Nerd

      Eine gleichmäßige Machtverteilung kann es aber nicht geben, schon allein weil die meisten Menschen keine Macht und die damit einhergehende Verantwortung tragen wollen oder das Wissen dazu nicht besitzen. Will halt nicht jeder Politiker, Banker oder General werden, aus guten Gründen.
      Dennoch braucht die Gesellschaft eben jene Entscheidungsträger um funktionieren zu können. Also haben diese Menschen eben auch sehr viel mehr Macht als andere. Der Arzt der dich Operiert hat auch Macht über dein Leben und da würde doch auch niemand Machtverteilung fordern, oder ?
      Je mehr Auflagen und Regularien es gibt um Macht einzuschränken desto weniger Handlungsfähigkeit besteht, wohin das führt sieht man an den Planwirtschaftlichen Ökonomien des Ostblocks. Machtstrukturen die Ungleich sind wird es in einer Arbeitsteiligen Gesellschaft immer geben müssen, scheint mir für die Organisation einer Ökonomie nicht anderst möglich.

      Das es sehr viel Machtmißbrauch gibt steht Außer Frage, daher bräuchte es umfassende Transparenz. Denn wer als Mächtiger gläsern ist und unter ständiger Beobachtung steht wird sich nicht mehr getrauen seine Macht z.B. für Korruption zu verwenden und Korruption ist ja das größte Problem was wir haben. Sehen wir ja auch bei TTIP usw. Transparenz kann also helfen das die Akteure ihr Handeln stärker am Interesse des allgemeinen ausrichten.

  2. Linux Nerd

    Da ist was wahres dran, was nützt es irgendwas soziales und Geisteswissenschaftliches zu studieren um dann am Ende selbst auf Hilfe anderer angewiesen zu sein weil man kaum nen Job findet. Leider herrscht da wirklich viel Naivität.

    Als Hedge Fonds Manager kann man ja nicht nur seinen Verdienst einsetzen sondern auch seine Entscheidungsmacht. Z.b. keine Aktien der Waffenindustrie in seinen Fonds mit aufnzunehmen. Allein damit kann man viel bewirken.

    Allerdings könnte auch die Wissenschaft sehr interessant sein, eine wichtige Entdeckung kann ja das Leben der Menschen für immer ganz entscheident verbessern wie z.B. die Erfindung des Penicilins oder des Mikro Prozessors. In die Forschung zu gehen kann daher durchaus auch ein sehr effizienter Ansatz sein langfristig enorm viel in dieser Hinsicht zu erreichen. Unseren heuten Lebensstandard und hohe Lebenserwartung verdanken wir ja schließlich all den Wissenschaftlichen Erkentnissen aus der Vergangenheit.

    1. thomas

      Noch oben schreibt Sebastian: „EAsten argumentieren ja nicht, dass jemand, der aus finanziellen Gründen nicht spenden kann, daher in irgendeiner Weise moralisch minderwertig ist.“ An deinem Beitrag sieht man jetzt, dass es aber sehr wohl so aufgefasst wird: „Was nützt es, irgendwas soziales und Geisteswissenschaftliches zu studieren […]“ Da hat man doch direkt den Impuls, dieses Handeln als unmoralisch zu bezeichnen! Aber es wäre doch schlimm, wenn das ‚ne allgemein anerkannte Maxime würde.

      Ich bleibe dabei: Man kann sich den effektiven Altruismus vielleicht als Modell schön reden. Aber in der Praxis ist und bleibt es eine Rechtfertigung dafür, warum einzelne Menschen im aktuellen System so unverhältnismäßig viel Geld und Macht haben können. Das ist doch letztendlich auch das einzige Merkmal, das den effektiven Altruismus von jeder x-beliebigen utilitaristischen Theorie unterscheidet!

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